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	<title>Pilgerfahrt visuell</title>
	<link>http://pilgernvisuell.blogsport.de</link>
	<description>Eine Ausstellung der Religionskundlichen Sammlung Marburg</description>
	<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 22:33:02 +0000</pubDate>
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		<title>Station V: Miniaturpilgerwege</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 22:32:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Stationen</category>
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		<description><![CDATA[	
Für westliche Beobachter_innen mag es paradox erscheinen, dass Pilgern zu Fuß im buddhistischen Verständnis den gleichen &#8222;spirituellen Erlös&#8220; bringt wie das Pilgern mit dem Auto, dem Bus oder gar einem gechartertem Hubschrauber. Unwillkürlich assoziiert man: Echtes, authentisches Pilgern auf der einen; halbherzige, touristische Pflichterfüllung auf der anderen Seite – zu unrecht, wie etwa Ian Reader [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/KMC17909_79_02.jpg" alt="gl&Atilde;�&Acirc;&#038;frac14;cksg&Atilde;�&Acirc;&para;tterroute" /><br />
Für westliche Beobachter_innen mag es paradox erscheinen, dass Pilgern zu Fuß im buddhistischen Verständnis den gleichen &#8222;spirituellen Erlös&#8220; bringt wie das Pilgern mit dem Auto, dem Bus oder gar einem gechartertem Hubschrauber. Unwillkürlich assoziiert man: Echtes, authentisches Pilgern auf der einen; halbherzige, touristische Pflichterfüllung auf der anderen Seite – zu unrecht, wie etwa Ian Reader in seinem Standartwerk zur Shikoku-Pilgerfahrt, <em>Making Pilgrimages</em> (2005), herausarbeitet. Ebenso mag es Kopfschütteln auslösen, dass es entlang der Strecken wie auch lokal davon unabhängig Miniaturpilgerwege gibt, die nach dem in der japanischen Religion häufig angewendeten Prinzip der stellvertretenden Abkürzung funktionieren. Wer also nicht die Zeit, das Geld oder die Möglichkeiten hat, den oftmals mehrere hundert Kilometer langen Routen zu folgen, kann dies symbolisch auch in wenigen Stunden tun.<br />
In der Regel umfassen diese Miniaturpilgerwege 33 bzw. 88 Steinfiguren oder Stelen, die jeweils eine Station der Route repräsentieren, allerdings sind auch andere Symboliken zu finden, etwa Säckchen mit Erde vom Gelände des jeweiligen Tempels. Auch wenn die Rituale nicht immer die gleichen sind, ist der Modus, bei jeder Station symbolisch eine Münze zu hinterlegen, wohl der verbreitetste.<br />
Im japanischen Shintoismus findet sich noch eine Sonderform dieser Miniaturwege – die Tempelrundgänge zu den sieben Glücksgöttern. Diese sind, anders als die Miniaturausgaben der Shikoku- und Kannon-Wege, eigenständige Routen, die mehrere Tempel auf engerem Raum, häufig innerhalb einer Stadt, verbinden und leicht im Laufe eines Tages abgegangen werden können. Dabei sind diese Rundgänge nicht auf sieben Stationen beschränkt – oftmals sind den Haupttempeln noch zwei zusätzliche angehängt, um die besonders glücksbringende Gesamtzahl neun zu erreichen.</p>
	<p>(Photo: Broschüren und Karten verschiedener Routen zu den Sieben Glücksgöttern)
</p>
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		<title>Station IV: Der japanische Film</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 22:05:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Stationen</category>
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		<description><![CDATA[	
	Wer an den japanischen Film denkt, hat zunächst vielleicht vor Augen: Godzilla. Dann: Animes, mal als populärer internationaler Hit (wie die Verfilmung des Videospiels Pokémon), mal als poetisches, wenngleich ebenso erfolgreiches modernes Märchen wie Prinzessin Mononoke. Ebenso großer Beliebtheit erfreut sich seit den 1990er Jahren der J-Horror mit Filmen wie Ringu (für den westlichen Markt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/thumb-NokanPlakat_01.jpg" alt="" /></p>
	<p>Wer an den japanischen Film denkt, hat zunächst vielleicht vor Augen: Godzilla. Dann: Animes, mal als populärer internationaler Hit (wie die Verfilmung des Videospiels Pokémon), mal als poetisches, wenngleich ebenso erfolgreiches modernes Märchen wie <em>Prinzessin Mononoke</em>. Ebenso großer Beliebtheit erfreut sich seit den 1990er Jahren der J-Horror mit Filmen wie <em>Ringu</em> (für den westlichen Markt wiederverfilmt als <em>Ring</em>) oder <em>Uzumaki</em>. Übersehen wird hingegen oft, dass der japanische Film in den letzten Jahrzehnten auch viele künstlerische Erfolge vorweisen konnte, mit Blicken auf eine atemlose, sich selbst entfremdende Gesellschaft auf Festivals wie Venedig oder Cannes Preise kassierte – im letzten Jahr wurde <em>Nokan – Die Kunst des Ausklang</em> von Yōjirō Takita mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet, ein Film, der das gesellschaftliche Tabuthema Tod als sanfte Komödie angeht und nicht zuletzt der verschwindenden buddhistischen Tradition der rituellen Totenwaschung ein Denkmal setzt.<br />
In den internationalen Filmkanon, in die Liga der Großen, haben es allerdings nur zwei Regisseure geschafft – was wohl auch daran liegen mag, dass sich japanische Filmästhetik von den westlichen Sehgewohnheiten doch deutlich absetzt. Vor allem in der europäischen Szene, unter den Autorenfilmern von Fassbinder bis in die Nouvelle Vague hinein, ist der filmische Minimalismus Yasujiro Ozus von großem Einfluss. Ozus Filme, vor allem seit den 1950ern, programmatisch betitelt etwa <em>Der Geschmack von grünem Tee</em> oder <em>Sommerblüten</em>, sind Beobachtungen des japanischen Alltags, wo Tradition und Moderne hart aufeinandertreffen. Ihr langsamer Erzählrhythmus betont die leisesten Nuancen.<br />
Die bekannteste Figur ist aber sicherlich Akira Kurosawa. Kurosawa, geboren 1910, schaffte 1950 mit <em>Rashomon</em> einen Meilenstein: In mythischer Vergangenheit treffen sich unter dem Rashōmon, einem Tor der alten Kaiserstadt Kyoto, in einem Unwetter ein Mönch, ein Bürger und ein Holzfäller. Mönch und Holzfäller waren zuvor Zeugen vor Gericht. Das Verbrechen: Eine Frau wurde von einem Banditen vergewaltigt, ihr Mann, ein Samurai stirbt durch einen Schwertstoß. Alle Beteiligten (der Samurai durch ein Medium) berichten dort vom Tathergang. Doch hat jede_r seine eigene Version, die sich erheblich von der der anderen unterscheidet, und jede Version versucht, die Ehre des Aussagenden zu wahren. Die Verschachtelung der Erzählebenen, das diskursive Spiel mit den Wahrheiten geben dem Film eine philosophische wie filmische Tiefe, die in der westlichen Wahrnehmung immer von konstruktivistischen Gedanken geprägt war. Die nachhaltige Wirkung, die diese radikale filmische Hinterfragung von objektiver Realität hatte, lässt sich vielleicht auch daran aufzeigen, dass der Einfluss persönlicher Interessen auf die Wahrnehmung von Realität heute in der Psychologie auch als Rashomon-Effekt bekannt ist.</p>
	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/Rashomon_1.jpg" alt="" /></p>
	<p>Photos: Oben Plakat zu <em>Nokan &#8211; Die Kunst des Ausklangs</em> (2008), unten ein Filmstill aus <em>Rashomon</em> (1950)
</p>
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		<title>Station III: Die Kannon-Pilgerfahrten</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 20:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Stationen</category>
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		<description><![CDATA[	
Zahlen spielen im japanischen Buddhismus und entsprechend auch in den Pilgerfahrten eine große Rolle. Die Kukai gewidmete Pilgerfahrt auf Shikoku umfasst 88 Stationen – die Zahl acht ist in ostasiatischer Zahlenmystik positiv besetzt, symbolisiert Ganzheit und Glück. Auch die Anzahl der Tempel der drei beliebten Pilgerfahrten Saikoku, Bandō und Chichibu, die alle auf er japanischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/saikoku_02.jpg" alt="" /><br />
Zahlen spielen im japanischen Buddhismus und entsprechend auch in den Pilgerfahrten eine große Rolle. Die Kukai gewidmete Pilgerfahrt auf Shikoku umfasst 88 Stationen – die Zahl acht ist in ostasiatischer Zahlenmystik positiv besetzt, symbolisiert Ganzheit und Glück. Auch die Anzahl der Tempel der drei beliebten Pilgerfahrten Saikoku, Bandō und Chichibu, die alle auf er japanischen Hauptinsel Honshū verlaufen, hat spirituelle Bedeutung.<br />
In diesem Fall findet sich die Erklärung im Lotos-Sutra, einem Text, der wohl ins dritte Jahrhundert christlicher Zeitrechnung datiert werden kann. Darin findet sich eine Beschreibung der Manifestationen, der Erscheinungen des Bodhisattva Avalokiteshvara. Dessen Name bedeutet wörtlich im Sanskrit: Herr des Schauens, Weltbetrachter; er ist im buddhistischen Verständnis der mitfühlende Erlöser  von allem Leiden, der selbst keine Gestalt besitzt und jedem Lebewesen in der Form erscheint, die diesem gegenüber zum Verständnis und Anerkennen der Erlösung und der durch ihn verkündeten Weltordnung angemessen und nötig ist. So kann der Bodhisattva als Buddha oder König genauso auftreten wie als nichtmenschliches oder menschliches Wesen, als Mann wie als Frau.<br />
Insgesamt kann Avalokiteshvara 33 Formen annehmen – und dementsprechend umfassen die genannten Pilgerrouten 33 Tempel. Da Avalokiteshvara in Japan als Kanzeon oder Kannon bekannt und äußerst beliebt ist, heißen sie auch Kannon-Pilgerwege. Und damit die Gesamtzahl ihrer Stationen wiederum eine runde ist, wurde der kürzesten und jüngsten der drei Routen, der Chichibu, eine Station angehängt, so dass sie insgesamt 100 Tempel umfassen.<br />
<img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/kannon.JPG" alt="" /><br />
Photos &#8211;  oben eine Karte des Saikoku-Pilgerwegs, unten ein Ausschnitt aus einer Tuschemalerei des Künstlers Okada Mokichi, die Kannon zeigt.
</p>
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		<title>Station II: Das Herz-Sūtra</title>
		<link>http://pilgernvisuell.blogsport.de/2009/12/21/station-ii-das-herz-satra/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 11:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Stationen</category>
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		<description><![CDATA[	 Der ehrwürdige Bodhisattva Avalokiteshvara, tief versunken im Reinen Gewahrsein, sah klar, dass alle fünf Skandhas leer sind verwandelte so jegliches Leid und jeglichen Schmerz.
Shariputra &#8211; Form ist nichts anderes als Leere und Leere nichts anderes als Form; Form ist identisch mit Leere und Leere identisch mit Form; Empfindung, Denken, Impulse, Bewusstsein &#8211; sie alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/KMC8909_71.jpg" alt="Sutren" /> <em>Der ehrwürdige Bodhisattva Avalokiteshvara, tief versunken im Reinen Gewahrsein, sah klar, dass alle fünf Skandhas leer sind verwandelte so jegliches Leid und jeglichen Schmerz.<br />
Shariputra &#8211; Form ist nichts anderes als Leere und Leere nichts anderes als Form; Form ist identisch mit Leere und Leere identisch mit Form; Empfindung, Denken, Impulse, Bewusstsein &#8211; sie alle sind nichts anderes als ebendies.<br />
Shariputra, aller Dinge Kennzeichen ist die Leere &#8211; sie werden nicht geboren, nicht zerstört, nicht befleckt und nicht gereinigt, sie gewinnen nichts, sie verlieren nichts.<br />
Deshalb gibt es in der Leere weder Form noch Empfindung, noch Denken, Impulse, Bewusstsein; weder Augen noch Ohren, noch Nase, Zunge, Körper, Geist; weder Farbe noch Klang, noch Geschmack, noch Berührung, noch einen Gegenstand des Denkens; weder einen Bereich des Sehens noch einen Bereich des Denkens; weder Unwissenheit noch ein Ende der Unwissenheit, weder Alter noch Tod, aber auch kein Ende des Alterns und des Sterbens; kein Leiden, keine Ursache des Leidens, kein Erlöschen, keinen Weg; keine Weisheit, keine Erleuchtung. Da es nichts zu erlangen gibt, leben die Bodhisattvas Prajnaparamita, und kein Hindernis ist in ihrem Geist. Kein Hindernis, keine Furcht.<br />
Jenseits allen selbsttäuschenden Denkens erlangen sie vollständiges Nirvana.<br />
Alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Buddhas leben Prajnaparamita und erlangen so die höchste Erleuchtung.<br />
Wisse daher, dass Prajnaparamita das höchste Mantra ist, das Weisheitsmantra, das unübertroffene Mantra, das höchste Mantra, das alles Leid vollständig auslöscht.<br />
Das ist die Wahrheit, die Wahrheit ohne Fehl.<br />
Lass daher das Prajnaparamita-Mantra ertönen, lass dies Mantra erklingen und sprich: Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi svaha!</em></p>
	<p>Sutren stellen die elementarsten Texte des Buddhismus dar. Nicht umsonst leitet sich der Name von der Webtechnik ab – Sūtra bedeutet im Sanskrit: Leitfaden. Alle Sutren stammen von einem Buddha oder Bodhisattva, häufig werden auch die Umstände reflektierend erzählt, unter denen die Lehre, die vermittelt wird, gefunden und gepredigt wurde.<br />
Das Herz-Sūtra zählt zu den wichtigsten Texten des japanischen Buddhismus und hat als spiritueller Wegweiser auch seinen Weg in den Westen gefunden. Sein Inhalt ist gleichzeitig nihilistisch wie positiv befreiend – es verkündet die Leerheit aller Phänomene, ein Nicht-Anhaften, dass die Ursache aller Leiden auflöst. Somit formuliert es ein Paradox: Es gibt keine Leiden, keine Erlösung, keinen guten Weg – und gerade deshalb ist die Überwindung dieses Leidens möglich. Vielfach gilt das Herz-Sūtra darum auch als Essenz der Lehren Buddhas.<br />
Auch in der japanischen Pilgerfahrt hat das Sūtra eine zentrale Stellung. Das Abschreiben von Sutren gilt als verdienstvolle Handlung, führt es doch zu einer tieferen Einsicht in die Lehren dieser Verse, lenkt die Aufmerksamkeit auf den Wortlaut und letztlich den Sinn des Sūtras. In allen Tempeln entlang den Routen finden sich deshalb Opferkästen für die von den Pilger_innen aufgeschriebenen und schließlich als Opfergabe dargebrachten Sutren.</p>
	<p>(Photo: Sūtra-Spenden-Register eines Pilgers aus der Ausstellung)
</p>
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	</item>
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		<title>Station I: Kūkai, genannt Kōbō Daishi</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 11:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Stationen</category>
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		<description><![CDATA[	
	Wer sich mit der Pilgerfahrt zu den 88 Tempeln auf der Insel Shikoku auseinandersetzt, wird bald auf eine Gestalt stoßen, die sich überall wiederfindet: Als Statue am Wegesrand und in jedem Tempel, in Geschichten und Legenden, die entlang des Weges erzählt werden, selbst in der traditionellen Kleidung der Pilger_innen ist er präsent: Der Mönch Kūkai, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/371pxKukai01.jpg" alt="" /></p>
	<p>Wer sich mit der Pilgerfahrt zu den 88 Tempeln auf der Insel Shikoku auseinandersetzt, wird bald auf eine Gestalt stoßen, die sich überall wiederfindet: Als Statue am Wegesrand und in jedem Tempel, in Geschichten und Legenden, die entlang des Weges erzählt werden, selbst in der traditionellen Kleidung der Pilger_innen ist er präsent: Der Mönch Kūkai, genannt Kōbō Daishi – das bedeutet: Großer Lehrer Dharma-Verbreiter. Diesen posthumen Ehrentitel verdiente sich Kūkai durch vielerlei Leistungen: So erfand er das japanische Silben-Alphabet, war Dichter und enthüllte verborgen gelegene religöse Geheimnisse. Historisch belegt ist, dass der Mönch, 774 auf Shikoku geboren, im Jahre 804, nach Jahren als Wanderprediger und Eremit, nach China aufbrach und dort in einem Kloster mit einer esoterischen Strömung des Buddhismus in Berührung kam, die er nach seiner Heimkehr wenige Jahre später in Japan verbreitete und die bald als Shingon-Lehren, die Geheimen Lehren des Wahren Wortes, bekannt wurden. Er starb 835 im von ihm begründeten Kloster auf dem Kōyasan, einem Bergmassiv auf Shikoku, das schon damals zu den bedeutensten religiösen Stätten Japans gehörte. Heute wird der Kōbō Daishi, der nach seinem Tod in einen transzendenten Zustand gelangt sein soll, als ewiger Pilger verstanden und dargestellt – mit der traditionellen Kleidung: Weißes Gewand, Bambushut, Strohsandalen, Pilgerstab; ein Pilger, der jede_n Pilger_in auf Shikoku begleitet und beschützt: &#8222;dōgyō ninin&#8220;, Pilgern zu zweien, ist daher auch der Leitspruch dieser Wallfahrt.</p>
	<p><img src="http://pilgernvisuell.blogsport.de/images/kobodaishi.jpg" alt="" /> </p>
	<p>(Photos &#8211; oben: Statue des Kōbō Daishi im Tempel Ōkubo-ji auf Shikoku, unten: Detail einer Hängerolle mit 88 Siegeln der Pilgerfahrt von Shikoku, im Zentrum: Der Kōbō Daishi &#8211; zu sehen in der Ausstellung.)
</p>
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		<title>Poster zur Ausstellung</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 10:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
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]]></description>
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</p>
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		<title>Willkommen bei &#8222;Pilgern visuell&#8220;</title>
		<link>http://pilgernvisuell.blogsport.de/2009/11/23/willkommen-bei-pilgern-visuell/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 21:33:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
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		<description><![CDATA[	Am 24.11. eröffnet in der Marburger Religionskundlichen Sammlung die Sonderausstellung 
	Pilgerfahrt visuell. Hängerollen in der religiösen Alltagspraxis Japans.
	Hängerollen sind seit Jahrhunderten ein alltägliches Medium der Vermittlung religiöser Motive und Texte in buddhistischen Tempeln, Shintō-Schreinen, Einrichtungen anderer japanischer Religionen und im eigenen Wohnraum. Neben der wichtigen Funktion der Vermittlung kultureller und religiöser Werte, können Hängerollen auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Am 24.11. eröffnet in der Marburger <a href="http://www.uni-marburg.de/relsamm/ausstellung/sonderausst/pilgerfahrt-visuell">Religionskundlichen Sammlung</a> die Sonderausstellung </p>
	<p><strong>Pilgerfahrt visuell. Hängerollen in der religiösen Alltagspraxis Japans.</strong></p>
	<p>Hängerollen sind seit Jahrhunderten ein alltägliches Medium der Vermittlung religiöser Motive und Texte in buddhistischen Tempeln, Shintō-Schreinen, Einrichtungen anderer japanischer Religionen und im eigenen Wohnraum. Neben der wichtigen Funktion der Vermittlung kultureller und religiöser Werte, können Hängerollen auch das individuelle Verdienst eines Pilgers visuell veranschaulichen, wenn nämlich die betreffende Rolle mit begehrten Siegeln und Kalligraphien der einzelnen Stationen einer Pilgerreise versehen ist. Die auf diese Weise besiegelte Hängerolle ist der Beweis einer erfolgreich durchgeführten Pilgerfahrt auf einer der traditionellen – teilweise seit einem Jahrtausend bestehenden – Routen. Diese Routen führen die Pilger zu dreiunddreißig oder gar achtundachtzig verschiedenen buddhistischen Tempeln in oft recht abgelegenen Regionen des japanischen Inselreichs. Diese Pilgerfahrten sollen denn auch im Zentrum der Ausstellung stehen. Anders als die vom christlichen Hintergrund zunehmend abgekoppelten Pilgerfahrten Europas stellen die japanischen Wege einen nach wie vor lebendigen Ausdruck gelebter Alltagsfrömmigkeit dar, einen Aspekt des fernöstlichen Buddhismus, der in der Ausstellung nachvollzogen werden kann, nicht nur über diverse prachtvolle Hängerollen, sondern auch über anschauliche Objekte wie ein Pilgergewand, Votivtafeln und moderne Figurinen sowie Film-, Sound- und Fotomaterial.</p>
	<p>Dieses Blog ist eine Einladung, den Pfaden der Pilger zu folgen: Wie die berühmten Kannon-Pilgerrouten um Kyoto und im Kantō-Gebiet wird auch dieser Blog aus 33 Teilen bestehen, die sich über die gesamte Ausstellungsdauer verteilen. 33 Teile, das sind 33 mal Hintergründe, Nebensächliches, sind Blicke auf Details und Vergessenes oder Blicke auf Überdeutliches, die mal die Lupe auf die Ausstellung richten und manches Mal das Fernrohr gen Ost lenken.</p>
	<p>Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei folgen – in der Ausstellung wie auch hier im Netz.</p>
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